Datenschutzerklärung (DSGVO)

Jede gute Website braucht eine Datenschutzerklärung? Ok, dann macht euch auf etwas gefasst.

 

Präambel

Artikel 12 der EU-Datenschutzgrundverordnung (kurz: DSGVO) fordert, dass ich euch „in präziser, transparenter, verständlicher und leicht zugänglicher Form [und] in einer klaren und einfachen Sprache“ erkläre, was hier auf dieser Webseite geschieht. Da ich dabei nicht davon ausgehen darf, dass Ihr fünf Jahre Informatik, Jura oder Raketeningenieurwesen studiert haben, soll ich hier also Klartext schreiben. Das mache ich doch gerne.

 

§1 Hosting

Diese Website wird offiziell gehostet bei einen großen europäischen Hosting-Anbieter. Daher gehe ich davon aus, dass die Hosting-Daten immer sehr gewissenhaft behandelt werden.

 

§2 Google Analytics und sonstiges Tracking

Diese Website nutzt Google Analytics und auch die Standard-Wordpress-Statistiken. Oh Mein Gott! Die Zugriffe auf diese Website werden sicherlich auch in den USA gespeichert. Und es kommt noch schlimmer: auch mit Google habe ich noch keinen Auftragsverarbeitungsvertrag geschlossen. Wieso? Der Google-Standard-AV-Vertrag hat 18 Seiten, muss in doppelter Ausfertigung nach Irland geschickt werden und legt mir nahe, meine sonstigen Anmerkungen zum Vertrag postalisch nach London zu senden. Hier kann man den Vertrag mal nachlesen. Und es kommt noch besser: würde ich die Buchstaben der Datenschutzgrundverordnung wörtlich auslegen, z.B. Artikel 28 Abs. 3 (h), müsste ich persönlich meine Auftragsverarbeiter gelegentlich besuchen und überprüfen, ob die das alles richtig machen. Also ganz praktisch: ich fahre zum Google Rechenzentrum, klingele an der Pforte und sage dann: „Hallo, hier ist Ihr Auftraggeber. Ich wollte mal gucken, ob Sie auch wirklich alles richtig machen.“ Alles klar?!

 

§3 Weitere Plugins

Noch nicht genug? Ok, dann weiter. Diese Website nutzt ein paar Plugins. Diese Plugins machen allerhand: ein paar beschleunigen die Website, ein anderes sorgt für schöne Optik, Fußnoten, Social Sharing Buttons, E-Mailalerts, Fotogalerie oder besonders schöne Sitemaps, die dazu führen, dass man diese Website überhaupt finden kann. Wie dem auch sei: nahezu jedes dieser Plugins sendet am langen Ende Ihre IP-Adresse an die Server, die benötigt werden, damit ihr hier eine hübsche Website sehen könnt. Habe ich mit jedem dieser Plugin-Anbieter einen Auftragsverarbeitungsvertrag? Na, was meint ihr? Ich verrate es euch: Nein! Und warum? Weil auch das völliger Quatsch ist. Oder wollen Ihr mir jetzt ernsthaft nahelegen, ich solle auf meiner privaten, von mir selbst bezahlten und völlig werbefrei gehaltenen Webseite, die ich in meiner Freizeit mit viel Liebe bestücke, nun wirklich losgehen und zu jedem Plugin was ich hier nutzen will einen umfangreichen Auftragsverarbeitungsvertrag abschließen? Ich sage euch was: wenn Ihr nicht wollen, dass meine Website eure IP-Adresse weitergibt, dann kommen doch einfach nicht hier her.

 

§4 Kontaktaufnahme

Nun zur Kontaktaufnahme: Falls Ihr mir eine E-Mail senden, müssen Ihr damit leben, dass ich Daten von euch erhalte. Ich sehe dann die E-Mailadresse, eventuell auch die IP-Adresse und wenn ich mir richtig Mühe gebe und den X-Header der E-Mail händisch auswerte, kann ich eventuell sogar sehen, wie der Computer heißt, von dem aus Ihr die Nachricht geschrieben habt. Das ist keine Zauberei oder Hackerkunst, sondern ein Internet-Standard. Wer den lesen kann, kommt an diese Daten. Das ist technisch bedingt – und schon seit vielen Jahren so. Falls Ihr mir ungefragt eure Daten zusendet, dürft Ihr davon ausgehen, dass ich die E-Mail genauso gut oder schlecht behüte wie alle meine übrigen E-Mails auch. Solltet Ihr euch irgendwann mal überlegen, dass ich die von euch ungefragt zugesandte E-Mail löschen soll, dürfen Ihr mich höflich darum bitten – versprechen tue ich aber nichts. Auch hier gilt: wenn Ihr damit nicht leben könnt, sendet mir mir bitte keine E-Mail zu.

 

§5 Kommentare

Weiter im Text: Thema Blogposts. Ihr könnt hier gerne einzelne Meldungen kommentieren. Aber erneut gilt auch hier: Ihr müssen davon ausgehen, dass ein paar Daten über euch erfasst werden. Die IP-Adresse, der Name und die Mailadresse. Immerhin: beim Namen und der Mailadresse können Ihr mit Pseudonymen arbeiten – oder einfach lügen, das ist okay für mich. Bei der IP-Adresse wird es etwas schwieriger – aber hey, wenn die euch zu privat ist, nutzen Sie doch TOR oder einen Proxy. Once again: Love it or leave it.

 

§6 Cookies

Ihr wisst was ein Cookie ist? Nein? Ok, das können man hier nachlesen. Manche Menschen haben Angst vor Cookies, weil sie glauben, dass man damit herausbekommen kann, ob sie (diese Menschen mit der Angst) gestern Abend auf einer Porno-Seite waren oder sich insgeheim für satanistische Nazischergenmusik interessieren. Deswegen möchte kaum jemand, dass eine Website Cookies speichert. De facto ist es aber so, dass Websites ohne Cookies heute kaum noch funktionieren. Und so lange nur First-Party-Cookies eingesetzt werden, ist das mit dem Tracking der Nazi-Porno-Seiten nicht möglich. Diese Website nutzt bestimmt auch Cookies – allerdings nur die „guten“ First-Party-Cookies. Third-Party-Cookies habe ich zumindest nicht bewusst in diese Website integriert.

 

§7 Abmahnungen

Bevor Ihr mich wegen eventuell fehlender, unvollständiger oder nicht ausreichend durchdrungener Aspekte der DSGVO abmahnt, berücksichtigt bitte die Worte der zur Einführung der Verordnung zuständigen EU-Justizkommissarin Věra Jourová. Die sagte in einem Interview mit der ZEIT wörtlich: „Es geht [bei der DSGVO] um gesunden Menschenverstand und Verhältnismäßigkeit. Wenn Ihnen jemand eine E-Mail schreibt und Ihnen zugesteht, dass Sie seine Daten verwenden dürfen, dann ist doch klar, dass er Ihnen eine Einwilligung erteilt. Im Übrigen sanktionieren die Datenschutzbeauftragten nicht nur, sondern beraten auch. Meine Prognose ist, dass sich die Behörden auf die Anbieter konzentrieren, die den größten Schaden verursachen können, die die meisten Daten verarbeiten.“

Darüber hinaus verweise ich hier auch gerne auf eine Aussage des deutschen „Vaters“ der DSGVO, Jan Philipp Albrecht. Er schreibt in seinem Blog wörtlich: „Was hingegen nicht eintreten wird, ist dass […] die Aufsichtsbehörden und irgendwelche Abmahnanwälte plötzlich eine ganz andere Gangart gegenüber all den kleinen Unternehmen, Einzelunternehmern, Vereinen und Bloggern einlegen werden.“ Sie dürfen davon ausgehen, dass ich beiden Akteuren im Falle einer Abmahnung hiervon berichten werde.