The Queen is not amused. Zumindest etwas.

 

Gleich vorweg: Hätte ich diesen Blogeintrag schon vor ein paar Tagen geschrieben wäre meine Kritik zu Australien ziemlich vernichtend ausgefallen und ich wäre zum selben Ergebnis wie Jonny gekommen. Aber alles der Reihe nach. Wenn man aus Asien nach Australien kommt, dort einige fantastische Wochen/Monate verbracht hat und von den faszinierenden Großstädten, der Kultur, den Leuten und einfach allem absolut angetan ist, dann wirkt das doch sehr europäische Australien bzw. Sydney wie eine kleines langweiliges Kaff am Ende der Welt. Genau das ist bei mir passiert. Die ersten drei Tage hier waren total schrecklich für mich. Einfach alles was mir in Asien gefallen gibt es hier nicht. Ich habe wirklich darüber nachgedacht wieder zurückzufliegen. Aber gut, am vierten Tag plötzlich, als ich mich vom Kulturschock erholt hatte, fing mir Sydney so langsam an zu gefallen. Viel Natur, frische Luft ohne Smog, Botanischer Garten, Opernhaus, Brücke, Museen, hohe Lebensqualität, und und und. Mit jedem weiteren Tag habe ich mich hier wohler gefühlt und mich wieder an europäische Verhältnisse gewöhnt. Sydney ist wirklich einen Besuch wert. In einer Woche kann man relativ locker die wichtigsten Dinge anschauen und sich vom hektischen Asien entspannen.

Der aufgeweckte Leser wird sich jetzt fragen „Und was gefällt der Queen hier nicht?“. Ganz einfach: Australien ist von einem Virus befallen. Er nennt sich „Work and Travel“. Überall sind 18-20 jährige spätpupertierende, die die Schule/Ausbildung beendet haben und jetzt zum ersten mal länger als drei Tage von daheim weg sind und sich den Australienurlaub mit gelegentlichem Arbeiten finanzieren. Bei dieser Gelegenheit werden natürlich alles was man die letzten 18-20 Jahre gelernt hat ignoriert. Es wird gesoffen, randaliert, rumgekotzt, alle anderen Leute im Hostel mit Geschrei mitten in der Nacht genervt. Das Land an sich ist dabei eher uninteressant. Hauptsache Geld verdienen und sich absolut daneben benehmen. Ja, ich weiss, dass nicht alle, die Work and Travel machen sich so verhalten, aber beim Großteil war es leider der Fall. Glücklicherweise habe ich auch einige normal Leute getroffen. Einige waren auch per Work and Travel unterwegs. Es besteht also noch Hoffnung für Australien.

Fazit: Australien kann Spass machen, aber nur wenn man den Work und Travel Kindern ausm Weg geht und nicht alles mit Asien vergleicht. Ich werde jetzt erstmal nach Neuseeland weiterfliegen und auf dem Rückweg noch etwas mehr von Australien anschauen. Dann mit einer Strategie wie ich am besten oben beschriebenen Leuten aus dem Weg gehen kann.

 

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  1. Jürgen

    Hey ho!
    Zum Glück hast du erstmal nur geworkt, um jetzt zu travelln 😉
    Bist halt kein barter Trinker, wie die Kinner vorort… Aber die Zeiten haben wir ja auch fast schon hinter uns.

    Und da du in Australien bist, bring mir doch nen Haifischzahn mit 🙂 am besten von nem großen Weißen 😎

    Viel Spass noch!

  2. Jonny

    ach wie schön ist das so überschätzte Australien…schön zu lesen, dass ich meine Erwartungen an Sydney getrost in die Tonne kloppen kann! 😉 ich dachte eigentlich, diese work & travel saufereien spielen sich nur in cairns und umgebung ab. insbesondere erzählten mir alle SYDNEY, MELBOURNE DA ist es anders da hättest du hingemusst! das ist Australien! super da!!!

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