Tschernobyl Tag 1: Duga Station und Umgebung

Um Tschernobyl und die Gegend im Umkreis von 30km um den Reaktor anzuschauen muss man eine Tour buchen, da alles militärisches Sperrgebiet ist und man sich dort nicht alleine aufhalten darf. Ich habe das bei urbexplorer.com gemacht und eine 5 Tagestour gebucht. Das Preis-Leistungs-Verhältnis war wirklich super, vor allem weil wir statt der normalen Gruppengrösse von zehn Leuten nur zu viert waren.Am ersten Tag sind wir also früh von Kiev losgefahren und ca. 2 Stunden später beim einzigen Hotel in der Nähe von Tschernobyl angekommen. Nach kurzem Gepäck ausladen ging es dann, nach ein paar militärischen Kontrollstationen mit Kontrolle des Reisepasses,  gleich weiter zur Duga Radarastation (es gab drei davon  in der Sowjetunion – eine davon in der Ukraine). Diese wurde dazu genutzt um Abschüsse von Nuklearraketen der NATO zu erkennen. Die Station ist ca. 700 Meter lang, 150 Meter hoch und konnte Raktenstarts aus bis zu 15.000 km Entfernung erkennen. Die Baukosten waren doppelt soch hoch wie für den Bau des Atomkraftwerkes in Tschenobyl. Wir sind dann also durch die Gebäude zur Steuerung der Station, Wohnhäuser, Schulen, Kindergarten, usw. gelaufen. Der Grossteil der technischen Ausstattung der Radarstation wurde leider, obwohl das Material verstrahlt ist, ausgebaut und irgendwo hin verkauft. In der Schule und Kindergarten war dagegen noch recht viel vorhanden z.B. alte Hefte und Unterrichtsmaterial.

Interessant war, dass die Strahlung je nach Ort sehr unterschiedlich ist. Von anfänglich 0,15 Mikrosievert/h (wie z.B. in Kiev, Berlin, sonstwo), war es im Durschnitt 1-5 Mikrosievert/h, was langfristig nicht gut für die Gesundheit ist. Das Maximum war 18 Mikrosievert/h an einer Stellen am Boden. Viele Gebäude waren schon sehr von Pflanzen und Bäumen überwachsen, nach über 30 Jahren hat sich die Natur schon viel wieder zurück geholt.

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