Tschernobyl Tag 3: Prypjat

Am dritten und letzten Tag in der Gegend um den Reaktor waren wir dann den kompletten Tag in Prypjat. Die Stadt wurde eigentlich nur für die Mitarbeiter im Atomkraftwerk und für die Soldaten ab 1970 gebaut. Nach der Katastrophe 1986 wurde sie verlassen und verfällt bis heute. In der Stadt gab es effektiv die gleichen Sachen wie in jeder grösseren Stadt. Am Morgen haben wir mit der Tour beim Kino begonnen, sind dann über die Musikschule, Supermarkt zum Rummelplatz gelaufen. Anschliessend wieder mal in ein zerfallenes Wohnhaus und dann auf dessen Dach. Hier konnte man in einiger Entfernung wieder den Sarkophag und die Duga Radaranlage sehen. Zudem war das Wohnhaus am Rand vom fünften Distrikt der Stadt und gleichzeitig an der Grenze zum sechsten Distrikt, das aber 1986 noch in Planung war und daher nicht mehr fertig gebaut wurde.

Danach sind wir weiter zum Sportstadium, von dem nach über 30 Jahren nur noch eine Trübune übrig war. Danach nochmal in eine Schule und in einen Kindergarten. In das alte Schwimmbad konnten wir leider nicht mehr gehen, da hier oft von der Polizeit/Militär kontrolliert wird (grundsätzlich ist der Zutritt zu allen Gebäuden untersagt, da sie Einsturz gefährdet sind – wenn man leise ist kann man natürlich trotzdem die meisten noch betreten). Bevor wir gegen Abend Prypjat wieder verlassen haben sind wir noch zu einem alten Autofriedhof und haben anschliessend ein altes Ehepaar besucht, das seit 30 Jahren in der leicht verstrahlen Zone lebt. Da bei über 80 Jahren waren kann die minimale Strahlung auch auf Dauer also nicht so schlimm sein.

Am späten Abend sind wir dann Richtung Odessa gefahren um uns ein anderes Atomkraftwerk und eine Bunker zum Abschuss von balistischen Raketen anzuschauen (Tag4+5).

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